Hier finden Sie Ankündigungen und aktuelle Berichte zu Veranstaltungen des RGHV

(Letzte Aktualisierung am 1.10.2019)

Eine Übersicht über das Jahresprogramm 2019 finden sie auf der Seite Veranstaltungen!


Vom Flecken zum Stadtteil

400 Jahre Siedlungsentwicklung von Rodheim v.d.Höhe

Vortrag von Dr. Karsten Brunk, RGHV-Vorsitzender
am 25. Oktober, 20 Uhr,
Forum Faselstall
Rosbach-Rodheim, Hauptstraße 14

Vor 400 Jahren ist mit dem Beginn des 30-jährigen Krieges ein in der Rodheimer Geschichte herausragendes Baudenkmal zum Abschluss gebracht werden – die den Ort bis in die späten 1830er Jahre vollständig umschließende Ringmauer. Damit war eine erste große Erweiterung der seit 1362 befestigten mittelalterlichen Siedlungsfläche des Ortes abgeschlossen. Von den Wirren und Bevölkerungsverlusten des 30-jährigen Krieges hatte sich Rodheim erst nach Jahrzehnten wieder erholt, sodass ab 1704 die Besiedlung der sog. Vorstadt außerhalb des Untertores notwendig wurde. Es dauerte dann noch ein Jahrhundert bis weitere Gehöfte entlang alter und neuer Ausfallstraßen gebaut worden sind.

Mit der 1810 begonnenen Erfassung des feuerversicherten Gebäudebestandes und seiner Besitzer in Brandkatastern kann die Siedlungsentwicklung bis 1974 parzellen-genau nachvollzogen werden. Zur Unterscheidung der Parzellen wurden zunächst fortlaufende Hausnummern vergeben. Erst seit 1880 sind dafür Straßennamen mit neuen Hausnummern benutzt worden. Das damals einsetzende stärkere Wachstum von Rodheim führte 1907 dazu, dass die alten Straßennamen teilweise durch neue ersetzt wurden. Die ab 1907 vergebenen Straßennamen hatten bis 1973 Bestand. Ende 1973 sind durch die Vereinigung Rodheims mit den Rosbacher Stadtteilen im August 1972 vor allem im Ortskern wieder Umbenennungen notwendig geworden.


Kaiserpfalz Ingelheim
und Ober-Ingelheim


Eine Exkursion in Geschichte und Gegenwart am 28. September 

Ober- und Nieder-Ingelheim sind und waren bedeutende Orte "auf der anderen Seite des Feldbergs". Bereits auf der Hinfahrt konnte uns Jochen Beuck, Schriftführer des RGHV und Jurist, über die 'Ingelheimer Haderbücher'  (Hader = Streit) berichten, die zum Teil erhalten sind und die mittelalterliche Gerichtsbarkeit widerspiegeln.

In Ober-Ingelheim angekommen, präsentierte uns Gästeführer Hartmut Geißler die aktuelle Ausgrabung mit noch nicht eindeutig interpretierten Befunden der Merowingerzeit. Ein merowingisches Gräberfeld mit rund 3.200 Bestattungen in unmittelbarer Nähe belegt die vor-karolingische Besiedlung seit dem 6. Jahrhundert.

Dann ging es zur Burgkirche von Ober-Ingelheim, die mit einer mittelalterlichen Wehranlage umgeben ist und als eine der am besten erhaltenen befestigen Kirchenbauten gilt. Die Wehrmauer ist begehbar und so konnten die zahlreichen Um- und Erweiterungsbauten des hohen und späten Mittelalters, die sich nicht nur in den Stilelementen, sondern auch in den unterschiedlichen Höhen der Dachkonstruktion zeigen, aus nächster Nähe bestaunt werden.

Hinauf zum Restaurant am Bismarckturm zu einem guten Mittagessen bei bester Aussicht auf den Rheingau und kurzem Besuch im Tigergarten, wo den Großkatzen vom Restaurantbetreiber eine Heimstatt gegeben wird.

Am Nachmittag wurden wir in die karolingische Zeit entführt. In Nieder-Ingelheim finden sich Reste der bedeutenden Pfalzanlage, die auf Geheiß Karls des Großen im antiken Stil erbaut und von ihm mehrfach besucht wurde. Sein erster Besuch datiert ins Jahr 774. Friedrich Barbarossa 'renovierte' die Pfalz im 12. Jahrhundert. Mauerreste der ausgedehnten Pfalzanlage sind teils oberirdisch erhalten und hervorragend restauriert oder als Bodenbefunde bekannt und im Straßenpflaster kenntlich gemacht.

Das Thema Reise-Königtum wurde in der anschließend besuchten Sonderausstellung "Der charismatische Ort – Stationen der reisenden Könige im Mittelalter" vertieft, einer hochkarätigen Präsentation des politischen Wirkens der jeweiligen Herrscher anhand von Schriftstücken und teils originaler Funde.

Die Rotweinkönigin eröffnete pünktlich das Ingelheimer Rotweinfest, wo manch einer der Exkursionsteilnehmer gerne noch verweilt hätte!

Text: Ute Veit, Foto: Karsten Brunk


 

 

Die "Vorsteher" der Stände aus Polen, Frankreich, Iran, Afghanistan, Mexiko, Finnland (verdeckt) und Thailand
mit Bürgermeister Steffen Maar, Blütenkönigin Franziska I. und dem RGHV-Vorsitzenden Karsten Brunk

 

WZ vom 28.8.2019

Der Erlös des Int. Freundschaftsfestes wird wie immer gemeinnützigen oder karitativen Zwecken zugeführt.

 

Bildimpressionen

vom 25. Internationalen Freundschaftsfest

Bilder: Karsten Brunk und Edelgard Halacinsky

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Zusammengestellt von Carine Brunk und Souéra Schröder - Stand August 2019

Der Feldberg als Erinnerungsort

 Vortrag von Gregor Maier am 10. Mai 2019

Der Feldberg – für die einen mag er nur die höchste Erhebung des Taunus' sein. Für Gregor Maier, Leiter des Fachbereichs Kultur des Hochtaunuskreises und des Kreisarchivs, ist er ein Ort lebendiger Geschichte und Gegenwart und das vermochte er in einem wahren Feuerwerk an Informationen den Zuhörern im voll besetzten Forum Faselstall des Rodheimer Geschichts- und Heimatvereins (RGHV) am letzten Freitag nahe zu bringen.

Ein Ort der Mystik – bereits 1046 wurde der Brunhildisfelsen auf dem Feldbergplateau erstmals erwähnt. Erasmus Alber, Humanist, Theologe und Fabeldichter des frühen 16. Jahrhunderts, war der Feldberg einen Exkurs in seinen Reisebeschreibungen wert. Die veränderte Naturbetrachtung, die Höhe, die "Erhabenheit", das Panorama, sprach die Menschen in der Romantik an, wobei die Taunusromantik als das kleine Geschwisterchen der Rheinromantik folgte, so Maier. 

Natürlich war Goethe hier und als "ästhetisches Erlebnis" beschreibt Johann Ludwig Christ, seit 1776 Pfarrer in Rodheim, ab 1786 Oberpfarrer in Kronberg und bekannter Pomologe, sein Empfinden beim Blick von dort in die Weite der Landschaft. Sogar die Turmspitze des Straßburger Münsters, des damals mit 142 m höchsten Gebäudes der Welt, meinte man von dort gesehen zu haben! (Anmerkung: Aufgrund der Erdkrümmung und topographischer Hindernisse, wie der östliche Rand des Pfälzer Waldes, ist dies jedoch nicht möglich).

Politische Strömungen eroberten den Feldberg ab Oktober 1814, dem Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, der Feldberg wurde zum festlichen Symbol von "Einigkeit und Recht und Freiheit". Die patriotisch orientierte Turnerbewegung, maßgeblich vorangetrieben durch den "Frankfurter Turnvater" August Ravenstein, fand im Feldbergplateau das Ziel von Wander- und Turnfahrten und ab 1844 den Austragungsort für die Feldberg-Turnfeste. 1868 wurde hier der Taunus-Club gegründet, August Ravenstein, Kartograph, war einer der treibenden Kräfte hierfür wie auch für die Planung und Finanzierung des Baus von festen Unterkünften auf dem Gipfelplateau. Damit war die touristische Blütezeit des Feldbergs eingeläutet, der ab der 1920-er Jahre die Erschließung für den Autoverkehr folgte. 

Große Entwicklung hätte der Feldberg nehmen können: Ernst Ritter von Marx, ab 1904 Landrat des Obertaunuskreises, hatte ihn als Austragungsort Olympischer Spiele angedacht und konnte ihn sich als patriotischen Symbolort im Rahmen des Wagner-Booms als "Zweites  Bayreuth" vorstellen. Die Pläne für die Freiluft-Arena waren bereits fertig!

Text: Ute Veit, Fotos: Joachim Beuck und Ute Veit


Spendenübergabe an Blütenkönigin Chiara I.
Der RGHV unterstützt die Spendenaktion der Rosbacher Blütenkönigin

 Es hat eine lange Tradition, das jährliche Internationale Freundschaftsfest des Rodheimer Geschichts- und Heimatvereins (RGHV) im Rathaushof zwischen altem Rathaus und Faselstall. Am 24. August ist es wieder soweit. In diesem Jahr werden zum 25. Mal hier lebende Helfer aus vielen Nationen ein Fest auf die Beine stellen, das neben Kulinarischem und Musikalischem das Kennenlernen und das Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zum Ziel hat.

Ebenso eine gute Tradition ist es, die kompletten Erlöse aus diesem Fest gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Wohin diese Spenden fließen, entscheiden alle Mitwirkenden des Festes gemeinsam. Oft wurden schon Hilfsorganisationen im Rahmen zeitnaher Katastrophenhilfen unterstützt, häufig kleinere Projekte in zahlreichen Ländern zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen dort.

Der Erlös aus dem Internationalen Freundschaftsfest 2018 wurde geteilt. Bedacht wurde bereits die von einer Pfarrerin gegründete Initiative, die Witwen in Afrika unterstützt. Verwitwete Frauen sind in vielen afrikanischen Ländern weitgehend schutzlos und haben keine Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten oder ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern.

Am 16. April 2019 konnte nun die aus Rodheim stammende Blütenkönig Chiara I. 400 Euro Spendengelder vom Vorstand des RGHV entgegen nehmen für den von ihr geförderten Verein 'Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V'.

Dieser Verein war 1984 gegründet worden, von betroffenen Eltern und einem Universitätsprofessor der Kinderheilkunde der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Zunächst waren für uns heute normale Gegebenheiten, wie der Schulunterricht für krebskranke Kinder, die oft lange Zeit in der Klinik verbringen müssen, das Ziel. Später war es die psychologische Unterstützung von Kindern und Eltern, inzwischen fördert der Verein eine Vielzahl von Projekten. Es wird in die Forschung zur Bekämpfung von Krebs investiert. Außerdem versucht der Verein den Kindern (oft letzte) Herzenswünsche zu erfüllen wie Reisen und Ausflüge. Den erkrankten Kindern soll ihre Zeit so angenehm wie möglich gestaltet werden. 

Eine gute Investition, wie wir meinen!

Text: Ute Veit, Foto: Angelika Beuck


Nida - Römische Hauptstadt der Wetterau

Vortrag von Dr. Carsten Wenzel am 29. März

Es war alles da, was die Struktur einer römischen Metropole ausmachte: Eine umgebende Mauer, ein Forum, öffentliche Bäder, ein Theater, ein Mithräum, Felder zur Bestattung der Verstorbenen. Im Fall von Nida gehörte sogar ein Flusshafen an der schiffbaren Nidda dazu und, wie wir aus neuen Funden wissen, der Kultbezirk, dessen Lage nun bekannt ist.

Als das 'teutsche Pompeji' bezeichneten vor rund 200 Jahren die Altertumsforscher das Gelände des 'Heidenfeldes' im heutigen Frankfurter Stadtteil Heddernheim, das sie erstmals   ergraben und auf dem sie 'sehr merkwürdige Gegenstände der alten Römerstadt' gefunden hatten. Allgemein bekannt war der Besiedlungsplatz aber schon in den Jahrhunderten davor, diente er doch als ergiebige Quelle für benötigtes Baumaterial.

Nida war für etwa 200 Jahre n. Chr. der römische Zentralort in unserem Gebiet. Zunächst als Kastellvicus etwa 69 n. Chr. gegründet, entwickelte sich daraus eine prosperierende Zivilsiedlung, Handwerker- und Handelsmetropole, die in ihren besten Zeiten etwa 6.000 Einwohnern Schutz und Lebensraum bot.

Der Bau der Römerstadt in den Jahren 1927 -1929 zerstörte große Teile der vorhandenen Bausubstanz und mit Errichtung der Nordweststadt in den Jahren 1961 - 1973 wurde alt-besiedeltes Gelände überbaut, ohne Möglichkeiten zur archäologischen Aufnahme und Sicherung der Befunde. Ein Glücksfall, dass die Römerstadtschule einen Erweiterungsbau benötigte, der begleitende archäologische Untersuchungen erforderlich machte. 2016 wurde auf diesem Gelände der lange vermutete Kultbezirk von Nida nachgewiesen mit den Grundmauern von mindestens fünf Tempelbauten. Der Fund einer kleinen Adlerfigur mit Blitzbündel aus Bronze belegt den Kult um den höchsten römischen Gott Jupiter, der Fund einer Inschriftentafel belegt die Verehrung von Jupiter Dolichenus.

Gefundene bemalte Verputzfragmente zeigen die Pracht der Tempelausstattung, die Inhalte der etwa 130 'Kultgruben' lassen Opferhandlungen vermuten.

Dr. Carsten Wenzel, Kustos der Abteilung Römerzeit im Archäologischen Museum Frankfurt und "Herr" über einen Großteil der Funde aus Nida, verstand es hervorragend, das vielköpfige Auditorium fachkompetent und dennoch mitreißend und humorvoll zu begeistern.

Text: Ute Veit



Mitgliederversammlung beim RGHV am 15. März 2019

Der RGHV-Vorstand ist wieder komplett

Dr. Karsten Brunk begrüßte als Vorsitzender die zahlreich erschienenen Mitglieder nach formgerechter Einladung und stellte die Beschlussfähigkeit des Gremiums fest. Sein Jahresbericht gab einen Überblick über die im Jahr 2018 geleistete Arbeit, über Veranstaltungen und Entwicklungen und sein Dank ging stets auch an engagierte Vorstands- und Vereinsmitglieder. Zentrale Aufgaben des Vereins im letzten Jahr, neben den laufenden Projekten, waren die Umsetzung der auch für Vereine verbindlichen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die gründliche Überarbeitung der noch aus dem Gründungsjahr 1982 stammenden Vereinssatzung. An dieser Stelle wurde von Karsten Brunk die herausragende Arbeit des Schriftführers des Vereins und Juristen Jochen Beuck hervorgehoben.

Margot Mehring setzte die Anwesenden über die Finanzen des Vereins und über Ausgaben und Einnahmen in Kenntnis, gefolgt vom Bericht der Kassenprüfer und der Entlastung des Vorstandes.

Im Anschluss daran wurde von den anwesenden Vereinsmitgliedern die Annahme der überarbeiteten Vereinsatzung beschlossen.

Die Wahlleitung bei den satzungsgemäß anstehenden Vorstandwahlen übernahm Ernst Gruner. Der plötzliche Tod des bisherigen 2. Vorsitzenden Dieter Mehring im Oktober 2017 und der Wegzug der Beisitzerin Larissa Kordt machten eine Neustrukturierung des Vorstands erforderlich.

Im jeweils einstimmig neu gewählten Vorstand bleibt Dr. Karsten Brunk Vorsitzender. Zu seiner Stellvertreterin wurde Ute Veit, bislang Beisitzerin, gewählt. Die Schatzmeisterin Margot Mehring wird das Amt in bewährter Weise fortführen und auch Joachim Beuck wurde als Schriftführer wiedergewählt. Mit den neu in den Vorstand gewählten Beisitzern Pfarrer Lothar Berger und Apotheker Sebastian Lamping ist der Vorstand wieder komplett.

Der neue RGHV-Vorstand, von links: Karsten Brunk, Sebastian Lamping, Frauke Stock (Delegierte der Stadt Rosbach), Ute Veit, Margot Mehring, Joachim Beuck und Lothar Berger. Foto: Angelika Beuck.

Im Anschluss dankte der alte und neue Vorsitzende der scheidenden Beisitzerin Larissa Kordt, die eine hervorragende Mitarbeit im Vorstand geleistet hat, und wünschte ihr alles Gute für ihre Zukunft im fernen Dresden. Ein kleines Präsent und eine Container-Rose aus Steinfurth sollen sie zukünftig an ihre Wetterauer Zeit erinnern. Larissa Kordt berichtete ihrerseits, wie der RGHV ihr auch "Integrationshilfe" im Ort gewesen sei und wie bereichernd sie die Rodheimer Ortsgeschichte empfunden habe und versprach, dem RGHV auch weiterhin treu zu bleiben.

Nach einem Ausblick auf die in diesem Jahr anstehenden Veranstaltungen stellte Karsten Brunk das soeben erschienene Heft 10 der 'Rodheimer Hefte' vor.

Text: Ute Veit, Foto: Angelika Beuck


Neuerscheinung!
Band 10 (2019) der Rodheimer Hefte

Soeben ist der neue Band der Rodheimer Hefte des RGHV erschienen. Der Inhalt besteht vor allem aus zwei von Dr. Karsten Brunk verfassten Beiträgen:

Im ersten Artikel werden die Befunde der seit 1985 durchgeführten archäologischen Grabungen und die in den letzten Jahren durchgeführten Rekonstruktionsarbeiten am Rodheimer Kirchturm erläutert. Der Beitrag ist auch eine Ergänzung zur entsprechenden Informationstafel, die im September 2018 an der Kita Regenbogen enthüllt worden ist.

Der zweite Beitrag ist anlässlich des 80. Jahrestages des Pogroms an den Rodheimer Juden im November 1938 entstanden. Darin werden unter anderem die Schicksale der ehemaligen jüdischen Nachbarn vorgestellt, die ab Mitte der 1920er in Rodheim gelebt haben und schließlich Opfer der NS-Gewaltherrschaft wurden. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bilden des Weiteren genealogische Stammlisten, die auch die Verbindungen  zu den Nachkommen der Überlebenden aufzeigen. 

Erhältlich über die Vorstandsmitglieder des RGHV

Preis 12 €

Für RGHV-Mitglieder kostenlos


 

Martin Luther und die Juden

Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Battenberg, Darmstadt/Erzhausen

Der RGHV hatte am 15. Februar zu einer Vortragsveranstaltung zum o.g. Thema in das Forum Faselstall geladen. Der voll besetzte Raum bewies das hohe Interesse an der Thematik, die mit dem Referenten, Professor Friedrich Battenberg, hervorragend fachlich präsentiert wurde. Die Verbindung zu diesem Rechtswissenschaftler, ehemaligem Leiter des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt und ausgewiesenem Fachmann für jüdische Geschichte, war durch den Nieder-Rosbacher Ortsvorsteher, Dr. Volker Hofmann, zustande gekommen.

 

Martin Luther, sein Leben und sein Urteil zu vielen Themen rückten im Rahmen des 500-jährigen Reformationsjubiläums im Jahr 2017 ins Licht der Öffentlichkeit, wenn auch gerade die Facette seiner Einstellungen zum Judentum eher weniger beleuchtet wurde. Luther äußerte sich als Theologe jedoch vielfach dazu. War er im Jahr 1523 noch Verfechter einer gesellschaftlichen Integration der Juden, so entwickelte er ab 1525, wohl aufgrund fehlender "Missionserfolge" und aus Sorge um seine reformatorischen Bestrebungen, eine zunehmend kritische und ablehnende Haltung ihnen gegenüber. Diese gipfelten nach 1538 in Empfehlungen und Forderungen, die „verstockten“ Juden des Landes zu verweisen und ihre Synagogen zu verbrennen. Bereits 1536 hatte Johann Friedrich I. von Sachsen Juden den Aufenthalt im Kurfürstentum verboten, worauf der Rabbiner Josel von Rosheim, der damalige Anwalt der Juden im Reich, bei Luther um Fürsprache zur Aufhebung des Verbots bat. In einem Brief an Josel von Rosheim begründet Luther 1537 sachlich aber unnachgiebig, warum er sich dazu außerstande sieht.

Auf hohem Niveau gelang es Prof. Battenberg, die Zuhörer in die Lebens-, Gedanken- und Glaubenswelt des 16. Jahrhunderts mitzunehmen, in der der Teufel durchaus real war.

Text/Foto: Ute Veit und Karsten Brunk


Eine Übersicht über das Jahresprogramm 2019 finden sie auf der Seite Veranstaltungen!