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(Letzte Aktualisierung am 20.1.2020)

Eine Übersicht über das Jahresprogramm 2020 finden sie auf der Seite Veranstaltungen!



Vom Flecken zum Stadtteil

Dr. Karsten Brunk referierte zu 400 Jahren Siedlungsentwicklung in Rodheim v. d. Höhe

Das Forum Faselstall konnte die hereinströmenden Besucher kaum fassen, als Dr. Karsten Brunk, Vorsitzender des RGHV (Rodheimer Geschichts- und Heimatverein) am Freitag, dem 25.10.2019, seine Ausführungen zum oben genannten Thema begann.

Ausgangspunkt war die Fertigstellung der südlichen und östlichen Ringmauer als Befestigungswerk um Rodheim im Jahr 1619 – also vor 400 Jahren. Ein Teil davon ist noch erhalten und bildet heute die Ostwand des evangelischen Gemeindehauses „Arche“. Durch die neue Ringmauer war der mittelalterliche Ortskern um neue Siedlungsflächen entlang der Königstraße und der Pfortgasse erweitert worden. Die erste Befestigung des mittelalterlichen Ortskern hatte bereits 1362 begonnen. Damals gewährte Kaiser Karl IV dem Landesherrn Ullrich III von Hanau das Privileg, Rodheim durch Mauern und ein Grabensystem zu befestigen.

Erst lange nach dem 30-jährigen Krieg mit seinen Verlusten an Menschen, wurde wieder eine größere Erweiterung der Siedlungsfläche notwendig. Man plante und baute ab 1704 die nächste Vorstadt nordöstlich des Untertores.

Gespiegelt an historischen Ereignissen und der Entwicklung der Einwohnerzahlen spannte Karsten Brunk anhand historischer Pläne und Ansichten, als auch anhand einer Fülle von ihm erstellter neuer Topographien, einen Bogen der Ortsentwicklung von der frühen Neuzeit im 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Aus den Karten wurde vor allem die Erschließung neuer Siedlungsflächen in den Jahrzehnten bis zum 1. Weltkrieg sichtbar. Hierbei spielte auch die Anbindung Rodheims an das Eisenbahnnetz im Jahr 1901 eine Rolle. Die größte Dynamik setzte dann ab Mitte der 1950er Jahre ein, als Vertriebene und Flüchtlinge in Folge des 2. Weltkrieges in Rodheim sesshaft wurden. Der stärkste Bevölkerungszuwachs erfolgte dann in den 1960er Jahren, was eine erhebliche Ausweitung der Siedlungsfläche erforderte.

Anhand von Daten aus den Brandkatastern (seit 1810), zusammengestellt im vorläufigen "Häuserbuch" des RGHV, ging der Referent auf die Entwicklung der Rodheimer Straßennamen ein. Diese fanden als Bestandteil einer Hausadresse erst ab 1880 Verwendung. Bis dahin waren die Häuser in den Brandkatastern nur durchnummeriert worden!

 Text und Bild: Ute Veit


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